Georg-Bernhard-Plakette der IG Metall für die Berufsbildende Schule Zweibrücken

Preisverleihung mit Kurt Beck

v.l. Kurt Beck (Ministerpräsident), Dominik Folz und Laura Schäfer (Schüler), Walter Rimbrecht (Schulleiter), Armin Schild (Bezirksleiter IGM Frankfurt)

 

Die IG Metall Homburg-Saarpfalz hatte die Berufsbildende Schule Zweibrücken (BBS) für die diesjährige Verleihung der Georg-Bernard-Plakette vorgeschlagen. Anlässlich der 59. ordentlichen Bezirkskonferenz der IG Metall Bezirk Frankfurt in Koblenz Lahnstein erhielt der Leiter der Schule Walter Rimbrecht unter Anwesenheit von Ministerpräsident Kurt Beck verliehen den Preis und die Plakette von Bezirksleiter Armin Schild. Die Bezirkskonferenz, die unter dem Motto „Gemeinsam für ein besseres Leben“ steht, umfasst einen Bezirk, der sich über die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Thüringen erstreckt.

Werner Cappel, erster Bevollmächtigter

Werner Cappel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Saar-Pfalz stellte in seiner Laudatio heraus, dass die BBS und ihr Leiter sich seit Jahren in Zweibrücken gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz in einem besonderen Maße engagiert. Gerade in der Westpfalz, die im Verfassungsschutzbericht regelmäßig negativ erwähnt wird, ist das sehr wichtig. Besonders die Demonstrationen und Kundgebungen für Demokratie und Toleranz finden das Lob der IG Metall. Nicht zuletzt Dank des Einsatzes von Schulleiter und Stadtrat Walter Rimbrecht ist es gelungen, eine große Resonanz, eine Beteiligung aller im Stadtrat vertretenen Parteien und zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen zu erreichen. „Es ist wichtig, Zeichen zu setzen für ein friedliches Miteinander und den Neonazis klare Grenzen zu setzen und damit der Tendenz, rechtsextreme Aktivitäten zu verharmlosen, entgegenzuwirken,“ sagte der Geehrte und dankt auch dem Religionslehrer Manfred Dörner, der sich auch außerhalb der Schule als Vorsitzender des Bündnisses „Für ein buntes Zweibrücken“ engagiert. „Wir sind stolz auf diese überregional bedeutende Auszeichnung“, fügte Rimbrecht seinem Dank hinzu. Seine Rede und die Präsentation der Schule wurden vor der Bezikskonferenz mit lang anhaltendem Beifall aufgenommen.

Schulleiter Walter Rimbrecht bei seiner Rede

Neben dem Widerstand gegen Neonazis ist Grund für die Auszeichnung, dass sich an der BBS Zweibrücken seit Jahren ein Lehrerteam zusammen mit der Schülervertretung und der Schulleitung in vielen Bereichen gegen Gewalt, Drogen und Rassismus engagiert. Dabei erhält die Schule die Unterstützung des Jugendamtes der Stadt, des Ärztenetzwerkes, der Gewerkschaften und der Polizei. Entscheidend war aber, sagte Werner Cappel, dass Rimbrecht sich nicht von denjenigen entmutigen ließ, die meinten, Aktionen würden die Nazis nur aufwerten. "Es kann doch nicht sein, dass heute wieder Gewerkschafter von Nazis verfolgt werden und einige davor den Kopf in den Sand stecken." Laura Schäfer und Domonik Folz, die stellvertretend für die Schüler an der Feier teilnahmen, versprachen, dass das soziale und demokratische Engagement gegen Rassismus dank des Preisgeldes noch verstärkt werden wird.

Auch das Leitbild der Schule, das die selbstbestimmte Schülerpersönlichkeit im Zentrum von Eigenverantwortung, Teamfähigkeit und beruflicher Qualifizierung sieht, findet die Anerkennung des großen IG-Metall-Bezirkes. So heißt es in der Laudatio von Werner Cappel: „Ihr Engagement für Demokratie und ein friedliches Zusammenleben, bei dem weder Religion noch Hautfarbe oder Herkunft eine Rolle spielt, hat diese Anerkennung und Ehrung verdient.“ Walter Rimbrecht bedankt sich für diese Auszeichnung und deren Preisgeld in Höhe von 1.000 €. Er verspricht, mit deren Hilfe die Anstrengungen noch zu verstärken: „Wir müssen immer stärker für Chancengerechtigkeit unter den jungen Menschen sorgen, damit die Jugendlichen sich freiwillig für ihre Demokratie engagieren. Die schlechten Wahlbeteiligungen müssen wir als Alarmsignal begreifen“.

Georg-Bernhard-Plakette

Georg Bernard der gelernte Maschinenschlosser der am 29. April 1876 in Dobersdorf bei Ratibor geboren wurde, war seit 1920 bis 1933 Bezirksleiter des 8. Agitations-bezirks im Deutschen Metallarbeiter Verband (DMV) und Reichstagsabgeordneter.

Am 2.Mai 1933, also vor 75 Jahren stürmten in Frankfurt a.M. – wie überall im deutschen Reich, „SA-Horden“ die Gewerkschaftshäuser, verprügelten die dort angestellten und verschleppten die politischen Funktionäre in Konzentrationslager.

Georg Bernhard, nach ihm ist die Medaille genannt, starb am 14.März 1945 vor 75 Jahren in Dachau. Er hat einen Neuanfang in Deutschland nicht mehr erlebt.

Seinem Gedenken und für den Kampf zur Erhaltung der Demokratie wurden diese Plakette und der Preis gestiftet.

Er wird in jeder Bezirkskonferenz an Menschen verliehen, die sich gemeinsam um den Erhalt der Demokratie und um ein friedliches Zusammenleben verdient gemacht haben und dies weiterhin tun, zum ersten Mal an eine Berufsbildende Schule.

Preisübergabe

Bild: v.l. Armin Schild (Bezirksleiter IGM Frankfurt), Dominik Folz und Laura Schäfer (Höhere Berufsfachschule), Walter Rimbrecht (Schulleiter), Werner Cappel (1. Bevollmächtigte IGM Saarpfalz)

Laudatio von Werner Cappel (IGM) - Rede von Walter Rimbrecht (BBS)

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