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SCHULSPORT: "Nicht für die Schule,
sondern für das Leben lernen wir"
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Projekttage der Berufsbildenden Schule sprengen den
Stundenplan - Golf und Salsa-Aerobic zum Kennenlernen
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ZWEIBRÜCKEN/RIESCHWEILER. "Non scholae, sed vitae
discimus" wusste schon Lucius Annaeus Seneca, römischer Dichter und
Philosoph, der von 4 vor Christus bis 65 nach Christus lebte. Was soviel
heißt wie: "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen
wir." Diesen Wahlspruch beherzigen von Dienstag bis heute auch die
Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule (BBS) Zweibrücken,
die sich bei ihren sportlichen Projekttagen über den Tellerrand der
Schulsportarten hinauswagten.
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Unter
dem Lernziel "Aufbau und Erhalt von Motivation für ein dauerhaftes
Sporttreiben" kann man das lateinische Sprichwort leicht abgewandelt
im heutigen Lehrplan wiederfinden: "Die Schülerinnen und Schüler
sind verstärkt zu einem kenntnisreichen, reflektierten und bewussten
Handeln im Sport zu befähigen." Das war auch eine der
Hauptintensionen der an den Projekttagen maßgeblich beteiligten sieben
Sportlehrer der BBS, wie Roland Schreiber, sonst zuständig für die
Vermittlung von Sport, katholischer Religion und Geographie betonte. Beim
Ortstermin mit 19 Schülern und drei Schülerinnen zwischen 15 und 18
Jahren auf der Anlage des Ersten Golfclubs Westpfalz in Rieschweiler,
meinte der Sportlehrer weiter: "Wir wollten den Schülern mal etwas
anderes im Sportunterricht zeigen. Mit Sportarten, die sonst in der Schule
nicht angeboten werden."
Deshalb stand Schreiber also mit seinen Schülern und den Golflehrern des
Klubs, Darran Bird und Jody Morris, auf der so genannten "Driving
range" am Hitscherhof, statt wie sonst Fußbälle auszuteilen oder
mit Turngeräten zu hantieren. Die anderen Sportkollegen blieben mit den
120 an den Projekttagen teilnehmenden Schülern in der vertrauten
Ignaz-Roth-Sporthalle oder wichen in die Kreuzberghalle aus, um mit
professioneller Hilfe Lust zu wecken auf Rückschlagsportarten wie
Tischtennis, Tennis und Badminton oder auch Volleyball, Salsa-Aerobic und
Inlineskaten. "Golf war aber schon der Renner, da hatten wir 44
Anmeldungen für zwei Termine", machte Schreiber, selbst begeisterter
Hobby-Golfer, die Prioritätenliste klar.
Störche unter Beschuss
Viel Neues zu lernen gab es für die Berufsfachschüler der Bereiche
Fremdsprache, Bürokaufmann und Datenverarbeitung bei dem, was die beiden
Golflehrer bei der Einführung erzählten. So sei Golf das erste Mal
urkundlich 1457 bei den Schotten erwähnt worden und spätestens seit dem
17./18. Jahrhundert in Amerika, England und Australien zum heutigen
Volkssport avanciert. Nach der Erklärung der verschiedenen Schlägerarten
und der Schwungform, kamen die Golf-Schüler dann zu dem, worauf sie
brannten: Endlich mal einen Ball abschlagen.
Wobei der ein oder andere die Erfahrung machen musste, dass allein das
Treffen schon einem Lotteriespiel gleicht. Ganz zu schweigen davon, den
Ball auf den ersten drei Metern von Null auf 300 Stundenkilometer zu
beschleunigen, 150 bis 200 Meter weit zu schlagen und damit die beiden
herumstrolchenden Störche auf der Driving range ein bisschen zu
erschrecken. Was dagegen durchaus häufig mit Bewegungsmoment versehen
wurde, sah verdächtig nach Teilen der grünen Grasnarbe aus. Dennoch
verdarben diese kleinen Anfangsschwierigkeiten den Schülern keineswegs
den Spaß. "Hey, mein erster weiter Ball", tönte es plötzlich
aus der langen Schüler-Reihe stolz, als die Kugel einmal weiter als 50
Meter flog. Und als Golflehrer Morris irgendwann einen Stopp und Bälle
einsammeln befahl, raunte Patrick Semar leise zu seinem Nachbarn zu:
"Das ist ja wie beim Osterhasen."
Ehrgeiz jedenfalls hatten alle Schüler. "Ich spiele oft Minigolf bei
uns im Nachbarort", meinte Steffen Mattil aus Saalstadt,
"deshalb wollte ich das mit dem Golf mal ausprobieren. Und man freut
sich, wenn man es mit dem Ball mal ein bisschen weiter schafft."
Andere schafften dagegen ziemlich schnell ein persönliches
Erfolgserlebnis. Wie Alexander Matle, der in gewohntem Sportdress
normalerweise das Fußballtor der 1b des SV Niederauerbach hütet. Matle
traf gegen Ende des rund zweistündigen Übens fast jeden Schlag und trieb
den Ball so bis zu 200 Metern den Hang hinauf. Die beiden aus England
stammenden Golflehrer nichten sich zufrieden zu: "Marvelous",
einfach wunderbar.
Nach dem Schlagen auf der Driving range stand schließlich noch das Putten
mit abschließendem Wettbewerb und richtigen Score-Karten auf dem
Programm, bei dem die Schüler begeistert bei der Sache waren. Kein
Wunder, dass Sportlehrer Schreiber plant, das Golf spielen im
Winterhalbjahr als Indoorsport weiterzuführen. (sai)
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Aus DIE RHEINPFALZ, Donnerstag, 26.
September 2002
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