Ausflug zur Frankfurter BörseAbschlussfahrt der BFP23 nach Berlin: Pflegegeschichte, politische Bildung und Gemeinschaft erleben
Vom 26. bis 29. Mai 2026 unternahm die Abschlussklasse BFP23 mit ihrer Klassenlehrerin, Tanja Veit und Marie Christine Geißinger als weiterer Lehrkraft, ihre gemeinsame Abschlussfahrt nach Berlin. Die Reise verband auf besondere Weise fachliche Inhalte der Pflegeausbildung mit historisch-politischer Bildung und bot zugleich Gelegenheit, die deutsche Hauptstadt kennenzulernen und die gemeinsame Ausbildungszeit ausklingen zu lassen.
Bereits am frühen Dienstagmorgen machte sich die Klasse vom Hauptbahnhof Kaiserslautern auf den Weg nach Berlin. Nach der Ankunft und dem Einchecken im Hotel stand eine ausgedehnte Stadtbesichtigung auf dem Programm. Bei sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad führte der Rundgang durch das Regierungsviertel mit Kanzleramt und Reichstag, vorbei am Brandenburger Tor und dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Weitere Stationen waren der Tiergarten, die Prachtstraße Unter den Linden, die Humboldt-Universität, der Bebelplatz, das Deutsche Historische Museum, die St.-Hedwigs-Kathedrale, der Berliner Dom, der Lustgarten, die Staatsoper sowie die Museumsinsel. Die außergewöhnliche Hitze sorgte unterwegs dafür, dass manche Füße zur Abkühlung kurzerhand in einem Brunnen Erfrischung fanden. Den Tag ließ die Gruppe bei einem gemeinsamen Abendessen und einem Besuch der Strandbar im Monbijoupark, mit Blick auf das Bodemuseum und die Spree, ausklingen.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Im Haus der Wannseekonferenz nahm die Klasse an einem ganztägigen Workshop teil. Neben den historischen Hintergründen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik wurde dabei insbesondere die Rolle von medizinischen und pflegerischen Berufsgruppen während der NS-Zeit thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich intensiv mit den Verbrechen der NS-Zeit, den Schicksalen einzelner Betroffenen sowie mit Fragen beruflicher Verantwortung, ethischer Entscheidungsfindung und den Gefahren einer Entmenschlichung in Pflege und Medizin auseinander. Die anschließenden Gespräche zeigten, wie wichtig die kritische Reflexion historischer Ereignisse für die heutige Berufspraxis ist.
Nach dem Workshop führte das Programm zunächst an den Wannsee, wo sich die Klasse bei einem gemeinsamen Essen stärkte, bevor am Abend die East Side Gallery besucht wurde. Die künstlerisch gestalteten Überreste der Berliner Mauer boten einen weiteren wichtigen Anknüpfungspunkt zur politischen Bildung und zur deutschen Geschichte. Ein gemeinsamer Karaoke-Abend sorgte für einen gelungenen Ausgleich und stärkte den Zusammenhalt innerhalb der Klasse.
Ein weiterer fachlich und emotional eindrucksvoller Programmpunkt folgte am Donnerstag mit dem Besuch der Ausstellung „Totgeschwiegen“ in der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Die Ausstellung beleuchtet die Schicksale psychiatrischer Patientinnen und Patienten während der NS-Zeit und dokumentiert die Verbrechen der damaligen Zeit. Auch hier wurde die Rolle von Pflegekräften und medizinischem Personal kritisch betrachtet. Die anschließende Reflexion machte deutlich, wie bedeutsam Werte wie Menschenwürde, Selbstbestimmung und professionelle Verantwortung für den Pflegeberuf sind. Nach dem offiziellen Programm nutzten viele die Gelegenheit, Berlin individuell zu erkunden, Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten der Hauptstadt wahrzunehmen.
Am letzten Tag führte der Weg zur Charité und in das Medizinhistorische Museum. Nach einem Rundgang über das Gelände der Charité – Campus Mitte und Infos zur Geschichte einer der führenden Universitätskliniken Deutschlands, ging es zum dort beheimateten Medizinhistorischen Museum. Dort gab es neben der Dauerausstellung auch zwei Sonderausstellungen zu den Themen „Krankenbett“ und „Schleim“ sowie einen historischen Hörsaal zu sehen. Die Ausstellung bot spannende Einblicke in die Entwicklung der Medizin und verdeutlichte, wie sehr sich medizinisches Wissen, Behandlungsmethoden und das Berufsbild der Pflege im Laufe der Zeit verändert haben.
Die Abschlussfahrt der BFP23 zeigte eindrucksvoll, wie sich fachliche Bildung, historische Verantwortung und gemeinschaftliches Erleben miteinander verbinden lassen. Gleichzeitig bot die Reise zahlreiche gemeinsame Erlebnisse, die den Schülerinnen und Schülern zum Abschluss ihrer Ausbildung in besonderer Erinnerung bleiben werden.




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